Parente, die Ardotypie & Nic. Molitor
Künstlerresidenz
Die Künstlerresidenz „Parente, l’Ardotypie & Nic. Molitor“ präsentiert eine Ausstellung von Fotografien auf Schiefer sowie eine Reihe von Workshops im Rahmen der Eröffnung der Villa Rother und des Espace Nic. Molitor am 13. Juni 2026.
Ausstellung
Eine Ausstellung von Fotografien auf Schiefer des Künstlers Alessandro Parente, entstanden im september 2025 in der Region und darüber hinaus, wird vom 5. Juni bis zum 21. Juni 2026 gezeigt.
Die Vernissage findet am 4. Juni 2026 statt.
Die Ausstellung ist im Gebäude der ehemaligen Sägerei auf dem Gelände des Schiefermuseums zu sehen und während der Öffnungszeiten frei zugänglich.
Um dieses Kulturerbe zu würdigen und die Eröffnung der Villa Rother im Sinne des Konzepts des Schiefermuseums „Lieweg Geschicht – Geschicht erliewen“ hervorzuheben, wandte sich das Museum an den zeitgenössischen Künstler und Fotografen Alessandro Parente. Dieser wurde in den vergangenen Jahren symbolisch bei der technischen Weiterentwicklung eines historischen fotografischen Verfahrens unterstützt: der Ambrotypie auf Schieferplatten. In Anlehnung an den Schiefer als Bildträger bezeichnet er dieses Verfahren als „Ardotypie“.
Alessandro Parente ist ein italienischer Fotokünstler, dessen Werdegang bewusst abseits der gewohnten Wege verläuft. Seine Arbeit stellt die Fotografie in den Dienst von Minderheiten, vergessenen Landschaften, Menschen in schwierigen Lebenslagen sowie außergewöhnlichen Verfahren. Ziel ist es, das Wesen seiner Motive durch historische Techniken sichtbar zu machen, die feiner, präziser und aufrichtiger sind.
Im Jahr 2022 entwickelte er die Kollodiumtechnik weiter, um Fotografien auf Schiefer statt auf Glas zu realisieren. Seine erste Ausstellung von Ardotypien fand in Charleville-Mézières statt, gefolgt von einer Präsentation in den belgischen Ardennen im Jahr 2023. 2025/2026 setzt er sein Projekt im Großherzogtum Luxemburg fort, dem dritten Partner seiner künstlerischen Reise.
Die Ardotypie ist ein anspruchsvolles Verfahren, das nicht nur technisches Können erfordert, sondern auch den Umgang mit einem Naturmaterial, das Raum für Zufälligkeiten lässt und keine Ungenauigkeit verzeiht. Ein wiederkehrendes Motiv in Parentes Werk ist die Natur, die sich über dem Schieferuntergrund der Ardennen entfaltet – als Versuch, Stein und Vegetation gleichermaßen im Bild festzuhalten. Seit 2023 engagiert er sich zudem als zeitgenössischer Fotograf in aktuellen politischen Kontexten, insbesondere in der Ukraine.


Was ist eine Ardotypie?
Wie bei der Ambrotypie ist jede Ardotypie ein einzigartiges, nicht reproduzierbares Original. Die Herstellung einer Fotografie auf einer sorgfältig polierten Schieferplatte erfordert fundiertes Fachwissen und eine präzise Technik.
Dabei kann Alessandro Parente auf die Expertise von Vincent Theret zurückgreifen, Unternehmer, Künstler und letzter aktiver Schieferarbeiter der Großregion, der ihn bei der Gewinnung und Bearbeitung der Schieferplatten unterstützt.
Die Besonderheit der Ardotypie liegt darin, dass der Schiefer das Glas als Träger des Negativs ersetzt. Während eine Ambrotypie als transparentes Negativ auf einen schwarzen Hintergrund gelegt werden muss, um als Positiv sichtbar zu werden, vereint Parente beide Schritte, indem er das Bild direkt auf der dunklen Oberfläche des Schiefers erzeugt.
Die Ardennen auf Schiefer zu verewigen, schafft eine starke Verbindung zwischen den französischen, belgischen und luxemburgischen Ardennen.
Der Fotograf Alessandro Parente ist im Juni 2026 im Schiefermuseum präsent.
Am Mittwoch, den 17. Juni, werden am Standort Haut-Martelange Fotografien nach der historischen Technik von Nic. Molitor aufgenommen. Der leidenschaftliche Fotograf (1882–1952) arbeitete mit Trockenplatten auf Silberbromidbasis. Im Jahr 2024 wurde ein bedeutender Bestand von 1.900 Glasplattennegativen und 1.750 Papierabzügen dem Schiefermuseum übergeben.
Während der Präsentation erklärt Alessandro Parente die Herstellung eines Glasnegativs mit einer Kamera nach historischem Vorbild und demonstriert die anschließende Entwicklung zum Positivbild.
Interessierte können sich für eine etwa einstündige Präsentation anmelden, bei der diese Technik erläutert und ein Negativ auf Glasplatte vorgeführt wird.
Workshops
Eine Reihe von Workshops ergänzt die Künstlerresidenz.
Vom Samstag 6. bis Sonntag 7. Juni
Workshop Ambrotypie
Historische Fototechnik im Nasskollodium-Verfahren
Der Künstlerfotograf Alessandro Parente erklärt die verwendeten Chemikalien sowie die einzelnen Schritte zur Herstellung einer Ambrotypie.
Jeder Teilnehmer wird am Ende des Kurses seine eigene Ambrotypie vor Ort im Schiefermuseum gefertigt haben.
2-tägiger : 8 Stunden pro Tag (insgesamt 16 Stunden).
Für Erwachsene - 350 € / Person.
Auf Französisch.
Samstag, 13.06 // Sonntag, 14.06
Workshop Photosensibel – Schiefermuseum
Arbeit mit lichtempfindlichen Materialien zur Herstellung von Negativen, die für den Druck vorbereitet sind.
Nach einer theoretischen Einführung ist jede Gruppe in der Lage, ein Negativ auf einer Glasplatte nach dem historischen Verfahren mit Silberbromid herzustellen. Der Workshop umfasst außerdem die Produktion von Negativen auf lichtempfindlichem Papier mithilfe einer eigenen „Blackbox“ sowie den anschließenden Abzug eines fertigen Bildes.
4-stündiger Workshop für Familien (max. 4 Personen).
(Gruppen aus Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren)
50 € / Familie oder 15 € / Person
Auf Französisch.
Vom Samstag 20. bis Sonntag 21. Juni
Workshop Ambrotypie
Historische Fototechnik im Nasskollodium-Verfahren
Der Künstlerfotograf Alessandro Parente erklärt die verwendeten Chemikalien sowie die einzelnen Schritte zur Herstellung einer Ambrotypie.
Jeder Teilnehmer wird am Ende des Kurses seine eigene Ambrotypie vor Ort im Schiefermuseum gefertigt haben.
2-tägiger : 8 Stunden pro Tag (insgesamt 16 Stunden).
Für Erwachsene - 350 € / Person.
Auf Französisch.
Anmeldung erforderlich:
info@ardoise.lu // +352 23 640 141
Begrenzte Teilnehmerzahl!





